Gold in seiner Reinform wird auch als Feingold bezeichnet. Goldlegierungen wiederum bestehen aus einer Mischung aus Gold und anderen Metallen. Da die Verwendung von reinem Feingold für die Herstellung von Schmuck zu teuer  und aus handwerklicher Sicht ungeeignet wäre, werden hierfür meist eben solche Gemische in Form von Goldlegierungen verwendet. Zur Kennzeichnung dieser ist auf dem Schmuckstück für gewöhnlich eine Stempelung zu finden, die Auskunft über den Goldgehalt der Legierung gibt. So lassen sich beispielsweise Gold 333, Gold 585 oder Gold 999 eindeutig hinsichtlich ihres Reinheitsgehalts unterscheiden. Welche Goldlegierungen besonders häufig vorkommen und welche Unterschiede es gibt, wird nachfolgend erklärt:

Warum werden Goldlegierungen hergestellt?

Für die Herstellung von Goldlegierungen gibt es verschiedene Gründe: Goldlegierungen werden zum einen für die Schmuckherstellung, zum anderen aber auch für die Verwendung im industriellen Bereich gefertigt. Für gewöhnlich ist dieser Vorgang notwendig, um die Eigenschaften des Materials zu verändern. Gold ist von Haus aus ein sehr weiches Material, welches sich für die Weiterverarbeitung zu Schmuck nur bedingt eignet. Durch die Beimischung anderer Metalle, die deutlich härter sind, kann das Gold sich in einen gut zu bearbeitenden Werkstoff verwandeln. Hinzu kommt die Tatsache, dass reines Gold deutlich teurer ist als Goldlegierungen. Für Schmuckstücke, die im Alltag verwendet werden, lohnt es sich kaum 999er Gold zu verwenden. Stattdessen greift man lieber auf eine niedrigere Legierung mit einem geringeren Goldanteil zurück.

Goldschmuck

Nicht nur die finanziellen Aspekte und die Materialeigenschaften spielen bei Goldlegierungen eine Rolle – auch ästhetische Gründe können ausschlaggebend dafür sein, dass Goldlegierungen anstelle von echtem Gold verwendet werden. Durch die Beigabe von anderen Metallen, verändern sich schließlich auch die optischen Eigenschaften des Goldes. So können verschiedenste Nuancen von Rotgold bis Weißgold hergestellt werden. Gerade im Schmuckbereich hat schließlich jeder seinen ganz persönlichen Favoriten, wenn es um den perfekten Goldton geht.

Wie werden Goldlegierungen hergestellt?

Um eine Goldlegierungen herzustellen, werden die verwendeten Metalle in der Regel miteinander eingeschmolzen. Angesichts der Legierungszahl lässt sich erkennen, wie viele Anteile für die Herstellung verwendet wurden. So sind es bei 333er Gold exakt 33.3%, während bei einer 585 Goldlegierung 58.5% reines Gold verwendet werden. Hinsichtlich der zusätzlichen Metalle, die für die Herstellung der Goldlegierungen eingesetzt werden, gibt die Kennziffer aber keine Auskunft. Klassische Kompositionspartner, die gern verwendet werden, sind:

  • Silber
  • Kupfer
  • Platin
  • Palladium
  • Zink
  • Titan

In Abhängigkeit vom jeweiligen Kombinationspartner verändern sich die Eigenschaften des Goldes. Das betrifft vor allem die Farbe. So werden beispielsweise alle Rotgold-Varianten üblicherweise mithilfe von Kupfer erzeugt. Dasselbe betrifft Gelbgold, wobei bei dieser Variante zusätzlich noch Silber in veränderlichen Anteilen ins Spiel kommt. Um mit der Goldlegierung den richtigen Farbton zu treffen, ist es wichtig, die genauen Verhältnisse zu berücksichtigen.

 

Metalle Legierungen

 

 

Info: Eine Goldlegierung ist veränderbar. Goldschmiede können Gold umlegieren, indem sie die Zusammensetzung der Goldlegierung ändern. Das kann entweder zu einer farblichen Veränderung führen oder aber dafür sorgen, dass sich der Goldanteil erhöht oder verringert. Dies müsste ggf. in der Punzierung ebenfalls geändert werden.

 

Typische Goldlegierungen und ihre Eigenschaften im Überblick

Zu den typischsten Goldlegierungen gehört deutschlandweit das 333er Gold. Es repräsentiert das Mindestmaß an enthaltenem Goldanteil, damit Schmuckstücke, die aus diesem Material gefertigt wurden, sich als Goldschmuck bezeichnen dürfen. In anderen Ländern liegt die Grenze deutlich höher. Je nachdem, wie die Legierung hergestellt wurde, kann es passieren, dass Schmuck aus 333er Gold beim Tragen anläuft. Das lässt sich besonders häufig bei Ringen aus 333er Gold feststellen. Die häufigste Farbe für Gold mit 333er Punzierung ist das klassische Gelbgold, welches sich vor allem bei Schmuck als beliebteste Farbvariante präsentiert.

585er Gold ist deutschlandweit ebenfalls weit verbreitet. Diese Goldlegierung besteht zu mehr als 50% aus reinem Gold und ist dementsprechend in der Anschaffung nicht ganz günstig. Für die Herstellung von echtem Goldschmuck gibt es weltweit keine beliebtere Goldlegierung. Das liegt vermutlich zum einen daran, dass 585er Gold trotz des hohen Goldanteils, noch als relativ hart und kratzfest eingestuft werden kann. Gleichzeitig sind viele verschiedene Farbmöglichkeiten, wie zum Beispiel Rotgold oder Roségold möglich.

Hinsichtlich der Vielseitigkeit bei den Farbnuancen ist das 750er Gold noch abwechslungsreicher. Weißgold und Gelbgold sind ebenso möglich wie Rotgold. Der hohe Anteil an reinem Gold lässt diese Legierung sehr hochwertig werden. Bei Schmuckliebhabern sind Stücke aus diesem Material sehr beliebt. Allein aufgrund des hohen Goldwertes haben sie stets auch einen beachtlich hohen Wiederverkaufswert. Darüber steht schließlich nur noch das 999er Gold, welches als Feingold bezeichnet wird und für die Schmuckherstellung nicht gebräuchlich ist. Tatsächlich gibt es aber einige Goldmünzen, die eine derart hohe Goldlegierung, wie sie auch bei Goldbarren vorkommt, vorweisen können.